Eiweißmangel im Alter

 

Rund die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre leiden unter Eiweißmangel. Ein Eiweißmangel im Alter kann die Ursache für verschiedene Folgeerkrankungen, wie z.B. Dekubitus oder Muskelschwäche, sein.

Was ist Eiweiß?

Eiweiß oder auch „Protein“ genannt, stellt einen der drei Makronährstoffe für den Körper dar. Neben Kohlenhydraten und Fetten nimmt Eiweiß einen wichtigen Stellenwert ein und bildet mit deren Hilfe das Grundgerüst unserer alltäglichen Ernährung.

Genau wie das Kohlenhydrat weist auch das Eiweiß pro Gramm eine Kaloriendichte von 4,3 auf. Das Protein wird vom Körper bei Aufnahme in körpereigene Stoffe umgewandelt. Dafür spalten die im Speichel und Magensaft enthaltenen Enzyme das Eiweiß auf und zerteilen es in sogenannte Aminosäuren. Das sind die Grundbausteine eines jeden Proteinmoleküls.

 


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Grundlegend ist Eiweiß im Körper für eine Vielzahl von Funktionen zuständig. Dies ist hauptsächlich die Bildung neuer Zellen.
Allerdings sind die unterschiedlichen Aminosäurestrukturen auch an anderen Prozessen beteiligt wie das Erstellen von Enzymen, Hormonen und Antikörpern. Eiweiß hilft dem Menschen also bei einer Menge von Körpervorgängen wie dem Wundheilungsprozess.

Auch verlangsamt eine ausreichende Proteinzufuhr bis zu einem bestimmten Punkt die im Alterungsprozess entstehenden Falten. Darüber hinaus profitieren Finger- und Fußnägel sowie das Haarbild des Körpers deutlich von einer ausreichenden Menge des Makronährstoffes, da sie zum Großteil aus diesem bestehen.

 

Eiweißmangel im Alter

 

Welche Menge an Eiweiß ist gut?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen eine Verzehrmenge von etwa 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Beispielsweise wären das bei einem Mann mit einem Körpergewicht von 80kg eine tägliche Verzehrmenge von 80 Gramm Eiweiß.

Vor allem nach Operationen von Tumoren oder Verbrennungen steigt der Bedarf an Eiweiß. Der Körper braucht es für den Aufbau neuer Zellen und Stärkung des Gewebes.

Im Allgemeinen sollte die Dosierung aber mit einem Arzt abgestimmt sein. Ein zu hoher Eiweißkonsum kann im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthose, Diabetes und anderen Folgeerkrankungen führen.

 

Ursachen von Eiweißmangel

Die wichtigsten Ursachen von Eiweißmangel im Alter bzw. bei pflegebedürftigen Mensch sind Appetitlosigkeit und Kaufprobleme. Darüber hinaus können Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Schilddrüse sowie Krebserkrankungen zu einem Eiweißmangel führen.

 


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Symptome für Eiweißmangel im Alter

Typische Anzeigen bzw. Symptome für Eiweißmangel können folgende Dinge sein:

  • Schlecht heilende Wunden auf der Haus
  • Haarausfall
  • Zahnfleischrückgang
  • schwache Muskeln
  • Wassereinlagerungen
  • schwaches Immunsystem
  • Gewichtsverlust trotz unveränderter Ernährung
  • schlechte Fuß- und Fingernägel

Aus diesen Symptomen lassen sich direkt die Folgen von Eiweißmangel ableiten. Ältere und pflegebedürftige Menschen haben bei einem Eiweißmangel Probleme mit schlechten Wundheilungen und oft ein abgeschlagenes Immunsystem. Schwache Muskeln verstärken zudem die Sturzgefahr.

 

Eiweißmangel vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung hilft grundsätzlich bereits einem Eiweißmangel vorzubeugen.

Lebensmittel mit hohem Proteingehalt sind beispielsweise Puten,- Huhn- und Rindfleisch. Dazu kommen Fisch, Eier, Molkereiprodukte wie Quark, Milch und Joghurt aber auch pflanzliche Eiweißquellen wie Linsen, Bohnen, Nüsse und speziellere Getreidesorten wie Quinoa oder Hirse empfehlen sich.

Bei einer ausgeprägten Appetitlosigkeit, können auch Eiweißkonzentrate und Ergänzungsmittel genutzt werden. Sehr beliebt sind heutzutage eiweißhaltige Trinknahrungsmittel für Senioren.

 

Eiweissmangel

 

Eiweißmangel und Dekubitus

Besonders bei der Behandlung von Dekubitus kann Eiweiß helfen, weil es zur schnelleren Genesung der Haus beiträgt. Sollte es in einer Pflegesituation also zu einem Dekubitusgeschwür kommen und die Wunden schlecht heilen, können Sie durch einen Arzt den Eiweißwert überprüfen lassen und eventuell einem Eiweißmangel entgegenwirken.

 

 

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