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Körperpflege – Tipps für den Pflegealltag

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von Yannick Kupferschmidt, Gründer von derPflegefuchs.de
Körperpflege - Tipps für den Pflegealltag

Körperpflege

Wichtige Infos und Praxistipps für den Pflegealltag


Warum ist Körperpflege so wichtig?

Die Haut ist das größte menschliche Organ und hat viele wichtige Funktionen. Unsere Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen und regelt die Temperatur des Körpers. Darüber hinaus können wir mit Hilfe der Haut Dinge fühlen, wie zum Beispiel Schmerzen, Berührungen und Wärme/Kälte.

Die Pflege des eigenen Körpers gehört zu einem Grundbedürfnis der Menschen. Körperpflege sorgt für ein Wohlgefühl, dient der Reinigung und ist maßgeblich für unsere Gesundheit verantwortlich.

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut. Sie wird dünner, trockener, faltiger und verliert an Widerstandsfähigkeit. Deshalb ist besonders bei Senioren die richtige Körperpflege wichtig.

Häufige Hautprobleme bei Pflegebedürftigen

Trockene Haut

Häufig haben ältere, pflegebedürftige Menschen mit trockener Haut zu kämpfen. Vor allem die Arme, Beine und Füße sind betroffen. Erste Anzeichen sind ein leichtes Jucken und Schuppenbildung. Sehr trockene Haut kann sogar Risse bilden und bluten. Dies kann Infektionen verursachen und ist oft sehr unangenehm für Betroffene.

Wunden in Hautfalten

Wunden in Hautfalten entstehen in erster Linie durch Feuchtigkeit und Wärme. Insbesondere unter den Achseln, der Brust und am Bauch können Wundern in Hautfalten entstehen. Die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit fördert Entzündungen und Infektionen. Wundsein in Hautfalten wird Intertrigo genannt.

Entzündungen durch Inkontinenz

Typischerweise schädigt die Haut längerer Kontakt mit Urin und Stuhl. Die Haut wird wund und kann sich entzünden.

Druckgeschwür

Ein häufiges Hautproblem bei Pflegebedürftigen sind Druckgeschwüre. Sie sind auch als Dekubitus bekannt. Druckgeschwüre bzw. Dekubitus entstehen durch anhaltenden Druck auf die Haut. Es entsteht meist durch einseitiges Liegen. Insbesondere bei pflegebedürftigen, älteren Menschen ist die Haut nicht mehr so widerstandsfähig und dadurch schneller anfällig für Druckstellen. Diese sind erst rot, dann bläulich und können sich zu sehr unangenehmen Wunden entwickeln, die oft nur schwer abheilen. Es ist daher ratsam, bereits bei geringsten Anzeichen Hilfe bei einem Arzt und einer Pflegekraft zu holen.

Praxistipps – Wie bleibt die Haut gesund?

Damit die Haut gesund bleibt, sollte vor allem auf eine gesunde Lebensweise und auf den Schutz vor äußeren Einflüssen geachtet werden. Folgende Dinge helfen:

  • ausgewogene Ernährung
  • jeden Tag viel trinken
  • wenig Nikotin und Alkohol
  • ausreichend Bewegung
  • Schutz vor starker Hitze und Kälte
  • Schutz vor direkter Sonne und anhaltender Feuchtigkeit

Im Winter schützen angemessene Kleidung und Handschuhe die Haut. Im Sommer ist es ratsam sich im Schatten aufzuhalten, die Haut mit Sonnencreme zu schützen und einen Sonnenhut zu tragen.

Nicht hilfreich sind dagegen zu heiße Wärmeflaschen und zu kalte Kompressen. Auch sehr häufiges und langes Baden in heißem Wasser und zu intensives Waschen dienen nicht dem Schutz der Haut, sondern stört den natürlichen Schutzmantel.

Welche Hilfsmittel und Pflegeprodukte eignen sich?Körperpflege im Pflegealltag

Hilfsmittel

Oft ist die Mobilität und Beweglichkeit bei Senioren und pflegebedürftigen Menschen eingeschränkt. Dies kann auch zu Einschränkungen bei der Körperpflege führen. Vor allem im Bad sollten bei Bedarf Hilfsmittel bereitstehen, damit sich ohne Einschränkungen geduscht und gewaschen werden kann. Sinnvolle Hilfsmittel könnten daher Haltegriffe, rutschfeste Matten und Duschhocker oder Aufsätze sein.

Pflegeprodukte

Im Allgemeinen können schonende und milde Produkte empfohlen werden. Achten Sie zum Beispiel auf folgende Eigenschaften:

  • pH-Wert des Produktes sollte unter 6 sein
  • Öl- und fetthaltige Duschöle sind hautschonend
  • Urea, Glycerin oder Milchsäure helfen gegen trockene Haut
  • Ölige und fettige Cremes und Salben erhöhen die Feuchtigkeit der Haut
  • Vaseline, Silikone und Zinkpasten schützen bei Inkontinenz vor Feuchtigkeit

Pflegeprodukte mit ätherischen Ölen, Produkte auf Alkoholbasis und klassische Seifen sind nicht geeignet.

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Hilfe bei der Körperpflege? Einige Grundregeln beachten

Pflegebedürftige sind bei der Körperpflege oft angewiesen an Hilfe und in gewisser Art und Weise daher „ausgeliefert“. Die Pflege des Körpers ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Lebensqualität. Es ist deshalb wichtig bestimmte Grundregeln bei der Unterstützung der Körperpflege zu beachten. Generell geht es darum, die Selbstständigkeit des Betroffenen zu stärken, Feingefühl bei der Unterstützung zu wahren und bestimmte Hygiene- und Gesundheits-Standards zu beachten. Die Grundregeln lauten:

  • Stress vermeiden
  • Zeitpunkte, Abläufe und Routinen zu beachten
  • Selbstbestimmung der Betroffenen zu respektieren
  • Selbstständigkeit fördern
  • Schamgefühle akzeptieren und durch angemessenes Verhalten abbauen
  • Haut schonen
  • unnötige Belastungen vermeiden
  • Hygiene regeln beachten
  • für Sicherheit sorgen

Praxistipps im PflegealltagKörperpflege bei Pflegebedürftigen

Vorbereitung der Körperpflege

Eine gute Vorbereitung erleichtert die Körpferpflege erheblich. Es entsteht weniger Stress, wenn alle Utensilien griffbereit sind. Ausserdem kann dann besser auf die Sicherheit und Hygiene geachtet werden.

Tipps:

  • stimmen Sie regelmäßige Zeiten und Abläufe ab
  • heizen Sie das Zimmer vor und halten Lotions, Handschuhe, Handtücher usw. griffbereit
  • vermeiden Sie Rutschgefahren im Bad und achten Sie auf festes Schuhwerk
  • entfernen Sie Schmuck und Hörgeräte
  • prüfen Sie die Temperatur der Wassers
  • sinnvollste Reihenfolge des Waschens: Gesicht, Ohren, Hals, Arme, Hände, Bauch, Rücken, Beine Füße, Intimbereich
  • verwenden Sie Einmalhandschuhe
  • wechseln Sie Handtücher und Utensilien regelmäßig

Waschen und Duschen

Das Waschen am Waschbecken hat einige Vorteile. Es ist in der Regel gut erreichbar und fördert die Selbstständigkeit und Beweglichkeit von Pflegebedürftigen. Außerdem stehen alle Utensilien und Pflegeprodukte griffbereit.

Beim Duschen kann der komplette Körper gewaschen werden. Eine Dusche kurbelt den Kreislauf an und wirkt aktivierend. Das Wohlbefinden steigt nach einer ausgiebigen Dusche häufig. Durch Haltegriffe oder einen Duschhocker können Pflegebedürftigen das Waschen teilweise selbst übernehmen

Tipps:

  • stellen Sie einen stabilien Hocker oder Stuhl bereit
  • Waschen Sie mit fließendem Wasser, um Pflegeprodukte ohne Rückstände abzuwaschen
  • Achten Sie durchgängig darauf, ob sich die Haut beim Waschen verändert
  • Unterstützen Sie beim Einstieg in die Dusche und beim Ausstieg aus der Dusche
  • Nutzen Sie rutschsichere Unterlagen
  • Trocknen Sie die Hauf sanft und gründlich
  • Nach der Wäsche ist das Eincremen der Haut sinnvoll

Eincremen

Vor allem bei trockener Haut versorgen Öl- und fetthaltigen Cremes die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit. Regelmäßiges Eincremen und befeuchten der Haut reduziert Hautprobleme und Juckreiz.

Tipps:

  • Cremen Sie die Haut bei Bedarf einmal morgens und einmal abends ein
  • säubern Sie die Hände gründlich vor dem Eincremen
  • offene Stellen und entzündete Haut sollte nicht eingecremt werden – bitte holen Sie sich hier den Rat einer Pflegefachkräft oder eines Arztes
  • verwenden Sie bei Bedarf Einmalhandschuhe
  • vermeiden Sie starke Reibung und starken Druck beim Eincremen
  • Lassen Sie die Creme bzw. die Lotion rund zehn Minuten einwirken

Rasieren

Eine Rasur steigert bei vielen Männern das Wohlbefinden und gehört zur täglichen Körperpflege. Es gibt die Möglichkeiten die Nassrasur und der Trockenrasur. Die Nassrasur ist in der Regel gründlicher und die Trockenrasur weniger aufwendig. Die eigene Rasur kann Selbstständigkeit und Beweglichkeit fördern. Achtung: pflegebedürftige Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente nehmen, dürfen aufgrund der Verletzungsgefahr nur trocken rasiert werden.

Tipps:

  • eine Trockenrasur sollte vor dem Waschen gemacht werden, weil das Scherblatt an nassen Haare haften kann
  • rasieren die nicht länger als fünf Minuten, um die Haut nicht zu sehr zu reizen
  • legen Sie bei der Rasur ein Handtuch auf die Brust
  • Waschen Sie das Gesicht mit lauwarmen Wasser nach der Rasur
  • Cremen Sie die Haut nach der Rasur sanft ein und verwenden sie bei Bedarf ein gewünschtes Rasierwasser
  • säubern Sie den Rasierer am Ende gründlich

Quellen: Die Informationen zum Thema „Körperpflege“ wurden größtenteils beim Zentrum für Qualität in der Pflege recherchiert.

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