Zu Besuch in einer Pflegewohnung

In der Meeraner Straße 7 in 12681 Berlin-Marzahn kann man in der sechsten Etage eine Pflegewohnung (ERMÜNDIGUNGS-MUSTERWOHNUNG) besuchen, welche nach dem Konzept von Ambient Assisted Living entworfen wurde und in den Öffnungszeiten frei zugänglich ist.


Erfahrungsbericht: Zu Besuch in einer Pflegewohnung

Der Wunsch der meisten Menschen ist, so lange wie möglich und bis ins hohe Lebensalter ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Leider ist dies nicht immer möglich. Die Gründe dafür können verschieden sein. Im Zuge unserer Recherche über Ambient Assisted Living sind wir auf die Möglichkeit der Besichtigung einer Musterwohnung gestoßen. Also ab ins Auto und los.

Die Wohnung gibt auf 140 Quadratmetern bis zu einhundert Lösungsansätze für die Bewältigung des Alltags von Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir waren ehrlich gesagt davon beeindruckt, wie viele Umsetzungsvarianten es bereits jetzt für unterschiedliche Alltagsszenarien gibt.

In der Pflegewohnung angekommen durften wir zunächst einmal auf dem Sofa im Wohnzimmer Platz nehmen. Die Möbel sind hell, freundlich und mit mehr oder weniger sichtbarer Technik ausgestattet, die man in ihrer Vielfalt hier nicht vollständig aufzählen kann. Das Wohnzimmer ist selbstverständlich mit allen anderen Zimmern vernetzt, sodass Licht- oder Wärmeregulation per Tablet jederzeit möglich ist. Zum Beispiel sind die Blutzuckergeräte so konzipiert, dass die selbst gemessenen Werte gleich an den Arzt weitergeleitet werden. Die Teppiche sind alle rutschfest; perfekte Sturzprophylaxe.

Der weitere Weg führte Richtung Schlafzimmer durch den Flur, wo uns ein weißer Kasten ins Auge fiel. Auf unsere Frage nach dem Nutzen wurde mir mitgeteilt, dass dieser Kasten eine Art Nachbestellungssystem beinhaltet. Sobald Pflegemittel zu neige gehen, scannt man diese dort ein und die Ware wird innerhalb von 2-3 Werktagen zugestellt. Solche Systeme kennt man eventuell bereits aus anderen Bereichen (z.B. Waschmittel) von Amazon.

Auch das Schlafzimmer beinhaltete nicht wenige Sensoren. Das Bett ist so regulierbar, dass ein einfacher Ein- und Ausstieg möglich ist. Die Fußmatten vor dem Bett sind so konzipiert, dass bei einem Herausfallen aus diesem ein Signal ertönt. Vor allem für Seniorenheime sind diese Fußmatte daher interessant, sehr nützlicher Aspekt und werden vereinzelt bereits eingesetzt.

Die Bettwäsche wird aus einem speziellen Stoff hergestellt, welcher Urin oder Schweiß geruchsneutraler sorbiert.

Die Schränke sind so gebaut, dass selbst Rollstuhlfahrer/innen mühelos durch Herabziehen der Etagen an jedes ihrer Kleidungsstücke selbständig gelangen können.

Überraschend vielfältige Technik ist auch im Badezimmer der Pflegewohnung zu finden. Die Einstiege in die Wanne und Dusche sind ebenerdig aufgebaut. Die Abflüsse sind so installiert, dass eine Überschwemmung nicht auftreten kann. Bei Bedarf könnten auch Lifter angebaut werden. Das Öffnen und Schließen des Toilettendeckels ist per Knopfdruck möglich. Die Steckdosen sind so montiert, dass eine einfache Handhabung möglich ist.

Ein Blick in die Küche ließ uns erneut staunen. Von höhenverstellbaren Schränke, welche mit geringem Kraftaufwand bedienbar sind, über Elektronik die „mitdenkt“, indem sich ein eingeschalteter Herd bei Nichtbenutzung von selbst wieder ausschaltet bis hin zu Geschirr, welches so konzipiert ist, dass bei motorischen Schwierigkeiten mühelos ein selbständiges Essen möglich ist.

Die Pflegewohnung hat insgesamt enorm viele technische Highlights zu bieten und ist sehr durchdacht. Schaut euch die Wohnung selbst an und lasst euch davon überraschen, wie Technik das Leben im Alter deutlich erleichtern kann. In unserer Rubrik Empfehlungen finden Ihr auch Erleichtungen, wie z.B. Informationen zu Rollatoren, zum Hausnotruf, zu Alltagshilfen und vieles mehr.

Weitere Informationen zur Pflegewohnung findet Ihr hier.

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