Vollmachten und Vorsorge: welche Dokumente Sie brauchen

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Auf den Punkt

Welche Vollmachten und Vorsorgedokumente sind im Pflegefall wichtig?

Die wichtigsten Vorsorgedokumente sind die Vorsorgevollmacht (wer für Sie entscheidet), die Betreuungsverfügung (wen das Gericht als Betreuer bestellen soll) und die Patientenverfügung (welche medizinische Behandlung Sie wünschen). Das Testament regelt den Nachlass. Ohne Vorsorgevollmacht bestellt das Gericht sonst einen Betreuer.

Solange man gesund ist, denkt kaum jemand an Vollmachten – im Pflege- oder Notfall ist es dafür oft zu spät. Dieser Überblick zeigt, welche Vorsorgedokumente Angehörige kennen sollten und wie sie zusammenspielen.

Die wichtigsten Vorsorgedokumente im Überblick

Vier Dokumente bilden die rechtliche Vorsorge:

Warum Vorsorge so wichtig ist

Viele glauben, der Ehepartner oder die Kinder dürften im Ernstfall automatisch entscheiden. Das stimmt nicht: Seit 2023 gibt es nur ein eng begrenztes Notvertretungsrecht für Ehepartner – und das gilt höchstens sechs Monate und nur in Gesundheitsfragen. Für alles Weitere braucht es eine Vollmacht. Fehlt sie, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer, der nicht zwingend die gewünschte Person ist. Wichtig: Vorsorgen kann nur, wer noch geschäftsfähig ist.

So gehen Sie vor

In wenigen Schritten sind Sie abgesichert:

  • Vordrucke nutzen – etwa die kostenlosen Formulare des Bundesministeriums der Justiz
  • konkret und eindeutig formulieren
  • Dokumente datieren und unterschreiben, bei Bedarf notariell beurkunden
  • im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen
  • mit der Vertrauensperson besprechen und die Originale griffbereit hinterlegen
Die Patientenverfügung Medizinische Wünsche rechtssicher festhalten. Mehr erfahren

Häufige Fragen

Reicht eine Vollmacht unter Ehepartnern?
Nein. Automatisch besteht nur ein auf sechs Monate begrenztes Notvertretungsrecht in Gesundheitsangelegenheiten. Für Vermögen, Behörden und längerfristige Entscheidungen ist eine Vorsorgevollmacht nötig.
Muss eine Vorsorgevollmacht notariell sein?
Nicht zwingend. Schriftform mit Unterschrift genügt. Bei Immobilien- oder Bankgeschäften ist eine notarielle Beurkundung jedoch empfehlenswert.
Ab wann sollte man vorsorgen?
So früh wie möglich – Vollmachten und Verfügungen sind nur gültig, solange man geschäftsfähig ist. Auch jüngere Menschen können durch Unfall oder Krankheit betroffen sein.

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