Was ist ein Pflegetagebuch?

Pflegetagebuch

Ein Pflegetagebuch bringt unterschiedliche Vorteile mit sich. Unter anderem dient es als nach der Beantragung eines Pflegegrades als wichtiges Dokumentationsnachweis. Was genau ein Pflegetagebuch ist und warum es Sinn macht, wird im folgenden Artikel erklärt.

Was ist ein Pflegetagebuch?

Wie der Name bereits vermuten lässt, werden in dem Buch sämtliche Pflegemaßnahmen des Angehörigen festgehalten, welche im Alltag benötigt werden. Das Tagebuch lässt sich schriftlich per Stift oder digital am PC führen. Alternativ kann es auf losen Blättern innerhalb eines Schnellhefters abgeheftet werden. Im Grunde genommen gibt es keine festen Vorgaben. Der Pfleger kann die für sich am besten funktionierende Methode auswählen. Enorm wichtig ist, dass das Tagebuch aussagekräftig und für Leser nachvollziehbar ist.


Nützliche Alltagshilfen


Welchen Sinn und Zweck erfüllt ein Pflegetagebuch?

PflegetagebuchViele Menschen fragen sich, wofür das Tagebuch eigentlich gebraucht wird. Die zu pflegende Person benötigt in der Regel einen offiziellen Pflegegrad. Ansonsten sind Leistungen aus der Pflegekasse nicht möglich. Damit der Patient den entsprechenden Pflegegrad bekommt, wird zunächst der Anspruch geprüft. Dabei kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes nach Hause und prüft die Situation. Während der Begutachtung werden unterschiedliche Dinge geprüft. Das Tagebuch würde die Arbeit um einiges erleichtern. Dadurch kann sich der Gutachter ein besseres Bild über die aktuelle Situation machen.

Welche Vorteile hat ein Pflegetagebuch?

Ein großer Vorteil ist, dass die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen auf einen Blickt erkennt werden kann. Ein gutes Beispiel ist die Befragung des Gutachters. Ohne ein Tagebuch könnte der Angehörige wichtige Informationen und Details vergessen, die Einfluss auf die spätere Bewertung haben könnten. Viele der betroffenen Personen sind nervös und vergessen beim Gespräch einige Dinge. Letztendlich könnte am Schluss die Einstufung nicht einreichen, obwohl alle Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Dementsprechend bekommt der Angehörige weniger Hilfe als benötigt.

Sobald die pflegebedürftige Person es nicht mehr schafft sich in seiner Wohnung oder direkten Umgebung zu orientieren, wird ein Tagebuch notwendig. Die Gutachter prüfen in der Regel viele Sachen. Allerdings haben sie wenig Zeit, um genauer auf das Problem einzugehen. Unter anderem bliebe eine eingeschränkte Orientierung unbemerkt. Genau für solch eine Situation gibt es das Pflegetagebuch. Es ist ein umfassender Bericht über die Pflege und Probleme des Angehörigen.

Warum sollte man das Pflegetagebuch jeden Tag befüllen?

Die aktuelle Situation kann sich von heute auf morgen verändern. Manchmal ändert sich der Gesundheitsstand nur schleichend über mehrere Monate hinweg. Durch das tägliche Führen eines Tagebuchs können Änderungen schneller erfasst werden. Das Tagebuch sollte dann genutzt werden, sofern der Angehörige Hilfe bei unterschiedlichen Dingen benötigt. Außerdem lohnt es sich jeden Tag zu protokollieren, um bei einem Verschlechterungsantrag bei der Pflegekasse vorbereitet zu sein.

Das Pflegetagebuch sollte immer als Chance wahrgenommen werden. Nur so wird die beste Grundlage geschaffen, um dem Angehörigen einen passenden Pflegegrad zu vermitteln. Das Tagebuch hat also mehrere Vorteile für die pflegebedürftige Person.

PflegetagebuchTipps und Tricks, um das Pflegetagebuch richtig zu führen

Damit der Angehörige die gewünschte Einstufung erhält, sollten die Fragen des Gutachters so genau wie möglich beantwortet werden. Alle aufgeführten Zeiten müssen glaubhaft belegt werden. Folgende Tipps können bei der Führung des Tagebuchs Hilfestellung leisten.

  • Mit der Führung des Tagebuchs sollte schon vor dem Besuch des Gutachters begonnen werden. Schon bei der Antragsstellung empfiehlt es sich mit der Dokumentation zu beginnen.
  • Es empfiehlt sich die persönlichen Daten des Pflegeversicherten in das Tagebuch einzutragen.
  • Für eine übersichtliche Dokumentation sollte das Pflegetagebuch jeden Tag geführt werden.
  • Sämtliche Betreuung und Pflege sollte auf die Minute genau festgehalten werden. Dazu zählen auch Tages- und Nachtzeiten.

Beachten Sie die Zeiten für das Pflegetagebuch

In jedem Pflegegrad sind unterschiedliche Zeitorientierungspunkte verankert. Diese entstanden von mehr aus drei Millionen Begutachtungen und sind nicht aus der Luft gegriffen. Aus diesem Grund sollte man für den Antrag eines Pflegegrades innerhalb des vorgegebenen Zeitraums bleiben. Ansonsten wird der Gutachter Einspruch erheben und den Antrag eventuell ablehnen. Durch eine genaue und zeitorientierte Führung des Tagebuchs stehen die Chancen für den Angehörigen gut. Außerdem überzeugt die Häufigkeit sowie Dauer der Pflegeeinheiten den Gutachter von der Situation.

Fazit

Bei einem Pflegetagebuch handelt es sich um ein normales Tagebuch, welches den Pflegestand des Angehörigen genau protokolliert. Es kann mit der Hand oder mit dem PC geführt werden. Vor allem bei der Antragsstellung auf eine Pflegestufe kann das Tagebuch viele Vorteile erbringen. Der Gutachter bekommt durch die detaillierte Führung einen genauen Überblick über die aktuelle Situation. Außerdem werden mögliche Aspekte entdeckt, die ohne ein Pflegetagebuch nicht ermöglicht werden könnten. Für bessere Chancen sollte das Buch so genau wie möglich geführt werden. Der Gesundheitsstand kann sich über Monate hinweg leicht ändern. Durch das Pflegetagebuch kann dementsprechend reagiert werden, da die Änderungen nicht unentdeckt bleiben können.

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Eine tolle Idee dieses Pflegetagebuch für den Gutachter anzulegen. Ich denke das werden wir auch mal versuchen. Bei der Seniorenpflege zu Hause ist man so eingespannt, dass man am Ende gar nicht mehr rechst weiß, was man tatsächlich gemacht hat.

    Antworten
  • Toni Krause
    28. August 2019 10:39

    Mein Onkel benötigt einen ambulanten Pflegedienst. Danke für den Tipp, ein Pflegetagebuch zu führen. So kann man gut den Pflegestand des Angehörigen genau protokollieren.

    Antworten
    • DerPflegefuchs.de
      9. September 2019 20:34

      Genau darum geht es. Mit einem Pflegetagebuch vergisst man keine Details. Alles Gute für den Onkel und viele Grüße.

      Antworten

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