Auf den Punkt
Was ist Mangelernährung im Alter und woran erkennt man sie?
Mangelernährung gehört zu den am meisten unterschätzten Gesundheitsrisiken im Alter. Sie entwickelt sich oft schleichend und wird leicht übersehen. Hier erfahren Sie, woran Sie sie erkennen und wie Sie wirksam gegensteuern.
Ursachen von Mangelernährung im Alter
Im Alter kommen häufig mehrere Faktoren zusammen, die das Essen erschweren oder den Bedarf verändern:
- nachlassender Appetit und vermindertes Durst- und Hungergefühl
- Kau- und Schluckbeschwerden oder schlecht sitzende Zahnprothesen
- Medikamente, die Appetit, Geschmack oder Verdauung beeinflussen
- Erkrankungen wie Demenz, Depression, Krebs oder chronische Entzündungen
- Einsamkeit – wer allein isst, isst oft weniger und unregelmäßiger
- eingeschränkte Beweglichkeit beim Einkaufen und Kochen
Anzeichen früh erkennen
Je früher Mangelernährung auffällt, desto leichter lässt sie sich aufhalten. Achten Sie auf:
- ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 5 % in drei Monaten)
- Kleidung, Ringe oder Gürtel werden plötzlich zu weit
- zunehmende Müdigkeit, Schwäche und Antriebslosigkeit
- schlecht heilende Wunden und häufige Infekte
- volle Vorratsschränke trotz abnehmendem Appetit
Was hilft? Praktische Maßnahmen
Gegen Mangelernährung hilft eine Kombination aus energiereicher Kost und dem Beheben der Ursachen:
- Mahlzeiten anreichern – etwa mit Butter, Sahne, Öl, Käse oder Eiweißpulver
- mehrere kleine, appetitlich angerichtete Portionen über den Tag verteilen
- eiweißreiche Snacks wie Quark, Joghurt, Nüsse oder Käsewürfel anbieten
- medizinische Trinknahrung als Ergänzung nutzen
- gemeinsam essen und für eine angenehme Atmosphäre sorgen
- Grunderkrankungen, Zahnprobleme und Medikamente ärztlich abklären lassen
Bei deutlichem Gewichtsverlust sollte immer der Hausarzt einbezogen werden – er kann eine Ernährungsberatung verordnen und Ursachen abklären.
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